Chronik 1. Teil

Gründung und erstes Wirken (Zeitabschnitt 1981 bis 1987)

Idee und Gründung

Im Herbst 1981 kam der Gedanke für eine Leichtathletik Riege. Zu dieser Zeit war ich J+S-und Jugendriegenleiter beim Turnverein Tägerwilen. Als Hilfsleitern stand mir Irma Battistini (Mutter von Daniel) zur Seite. In der gemischten (Mädchen und Knaben) Jugendriege hatte es einige Jugendliche, die mit dem Jugendriegentraining unterfordert waren. Da kam der Gedanke, für diese mehr zu machen, mehr fordern und gezielter zu trainieren. Es waren, so glaube ich etwa zehn Jugendliche. Bereits vor der eigentlichen Gründung der LAR besuchten wir im Herbst 1981 auch schon Wettkämpfe.

Im Januar 1982 orientierten wir die Eltern per Brief (Internet oder Email gab es ja noch nicht) über die Absicht per Anfang Februar 1982 eine LAR zu gründen. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es die ersten kleinen Problemchen: Der Turnverein hatte Angst, dass Jugendliche der LAR beitreten, „nur“ noch Leichtathletik betreiben und nicht mehr aktiv in die Jugendriege mitturnten. Die LAR wurde schliesslich gegründet und 32 Jahre später gibt es sie noch immer!

Unsere Trainings in den ersten Jahren waren bei der Turnhalle „Castell“ und beim Schulplatz. Eine 80m Tartanbahn mit drei Laufbahnen und ein kleiner Platz mit diesem Kunststoff Belag standen zur Verfügung. Ebenfalls konnten wir das ganze Jahr in der Halle „Trittenbach“ sowie auf dem dazugehörigen Platz trainieren. Da hatte es eine Rasen-Laufbahn, einen kleinen Trainingsplatz mit Tartan und einen grossen Rasenplatz.
Schon in der ersten Zeit unseres Bestehens konnten sich einige Talente hervorheben. Es gab auch in den ersten Jahren sehr gute Resultate. Als sehr gute Athletin zeichnete sich schon bald Katja Dütsch hervor. Zu Beginn konnte Katja sich im Hürdenlauf, im 800m und im Hochsprung immer an der Spitze der Ranglisten zeigen. Später war ihre Paradedisziplin der Hochsprung, wo sich Katja in der Schweiz immer so an dritter Stelle einreihte. Noch heute liegt sie mit übersprungenen 1.77m an der Spitze der kantonalen Bestenliste.

Mit der Zeit konnten uns die Anlagen in Tägerwilen nicht mehr genügen. Wir suchten nach Alternativen.

Zuerst im „Schänzle“ in Konstanz, aber auch auf der „Güttingersreute“ in Weinfelden. An beiden Orten bereiteten uns die immer wieder zu ersuchenden Bewilligungen und auch die Kosten einige Schwierigkeiten. Zu dieser Zeit hatten wir noch kein Geld. Aber schon bald konnten wir auf die neue Anlage „Burgerfeld“ in Kreuzlingen ziehen. Wo wir all die Jahre das Outdoor Training durchführten und dabei gute Beziehungen zur Schulbehörde aufbauen konnten. Diese Beziehungen waren damals wie heute von enormen Nutzen. Das Trainingslager absolvierten wir zusammen mit der LAR Bischofszell (unter der damaligen Leitung von Richard Bischof) in Vittel (F).

Und dann der grosse Schock: Tschernobyl, das grosse Ungewisse in Europa. Wie musste reagiert werden: Weitertrainieren wie bisher, oder abwarten was die verantwortlichen Stellen für Weisungen herausgaben. Dann kam die Meldung aus dem grenznahen Deutschland: Es ist Verboten im Freien auf Sand, Wiese usw. zu trainieren, auch Schulsport war verboten. Das wurde bei unseren nördlichen Nachbarn dann bald wieder aufgehoben. Bei uns in der Schweiz kam keine ähnliche Weisung.

Wettkämpfe

Bereits 1986 organisierten wir schon unser eigenes Meeting auf dem kleinen Platz in Tägerwilen. Wie zu Gotthelfs-Zeiten! Zwei Mal an einem Mittwochabend, je einmal für die weiblichen und am anderen Mittwoch für die männlichen Athleten. Disziplinen waren Kugelstossen, Weit- und Hochsprung. Sogar Rolf Bernhard war als Athlet dabei. Ja das waren noch Zeiten. Zudem organisierten wir den Thurgauer Final des schnellsten Schülers im Sprint auf dem Fussballplatz in Tägerwilen.

 

Wenn ich mir so überlege, wie sich so vieles in der Leichtathletik geändert hat: Weiblein und Männlein getrennt am Wettkampf, heute die strenge Fehlstartregel und noch einiges mehr. - Bei den Olympischen Spielen der Antike, gab es bei einem Fehlstart im Sprint, Prügelstrafen. Starten durften damals nur Männer und zwar alle nackt. Oh, wie wäre das heute?

Die ersten grossen Erfolge

Fünf Jahre jung und schon eine stolze Leistungsbilanz. 1xGold und 1x Silber an den Schweizer Meisterschaften Nachwuchs, dazu kamen noch 32 Medaillen an anderen Meisterschaften.

Die eindrücklichsten Worte im Jahre 1987 waren „I glaub i Spinn“. Das war der Ausspruch von Barbara Schlauri nach dem Siegeswurf an der Nachwuchs SM im Tessin, dazu kam noch eine Silberne im Hochsprung von Katja Dütsch. Als Saisonvorbereitung reisten wir wieder mit Richi‘s Team nach Vittel. Wiederum organisierten wir den Thurgauer Final vom schnellsten Sprinter. Ich weiss nicht mehr auf welcher Anlage. Vielleicht schon auf dem Burgerfeld? Vielleicht.

Gemeinschaft Athleten und Eltern

Aber etwas Grosses hatten wir in diesem Jahr umgesetzt. Wir hatten einen eigenen Kraftraum. In Gottlieben haben wir, das heisst unsere Athleten und deren Eltern, in Fronarbeit diesen tollen Keller geschaffen. Einfach super. Vom Kuhstall zum Folterraum. Das bedeutete viel gemeinsame Arbeit, stärkte aber auch den Zusammenhalt. Ein guter Teamgeist ist genauso wichtig wie gezieltes Training!

Vom ersten LAR Jahr an machten wir einen Athleten- und Elternabend. Bin noch heute überzeugt, dass diese Nähe und Verbundenheit von Athleten, Eltern und der LAR Gemeinschaft nur Positives gebracht hat. Wo waren diese Abende? Zuerst im Pausenraum der alten Turnhalle, nachher im Pausenraum der „Castell“-Halle. Mit dem Bezug des eigenen Kraftraumes hatten wir in diesem Raum diese Abende. Später genossen wir Gastrecht in der „Schnogge“-Stube in Gottlieben.

Nach fast jedem grösseren Wettkampf wurde zusammen in Tägerwilen ein Siegesessen genossen. Das waren immer schöne Abende in einem gemütlichen Rahmen. Diese Siegesessen haben sich dann aber mit der Zeit aufgelöst.

In diesen ersten Jahren hatten wir bereits einen LAR Vorstand. Wie waren die Aufgaben und die Rekrutierung? Einfach ein Papi oder Mami fragen, würdest Du das machen, uns etwas Helfen und schon war unser Vorstand etwas grösser.

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